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Die drei Brüder Eberhard, Jakob und Georg schlossen 1429 und 1463 für die weitere Geschichte des Hauses grundlegende Erbverträge. Danach sollte die Waldburg stets im gemeinsamen Besitz bleiben. Für die übrigen aufgeteilten Besitztümer garantierten sie sich wechselseitig ein Vorkaufsrecht. Aussterbende Linien sollten von den vorherrschenden Linien beerbt werden. Die Erbansprüche der Töchter sollten mit maximal je 4000 Gulden abgefunden werden.

Der Vertrag von 1463 war als waldburgisches "Hausgesetz" ein wichtiger Schritt zu einer sogenannten Fideikommiß. Diese erbrechtliche Konstruktion bezweckt den Verbleib aller Güter beim Gesamthaus zu Lasten individueller Ansprüche.

Eine geordnete adlige Hauspolitik beruhte demzufolge auf drei Grundsätzen:

Erhalt des Besitzes für das Gesamthaus
Sicherung und Erwerb von Besitztiteln durch Heirat
Ausshcluß der Frauen von der Erbfolge

Die alleinige Erbfolge des Erstgeborenen, die Primogenitur, setzte sich erst im 18. Jahrhundert durch, bei der Trauchburger Linie zum Beispiel ab 1724. Doch von Beginn an hielt man die Zahl der Erbberechtigten möglichst klein. Jüngere Söhne versuchte man gegen Erbverzicht mit standesgemäßen geistlichen Pfründen zu versorgen.